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Das Leben der Anderen - Eine DDR jenseits der Sonnenallee

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Written by Thomas Steiner.


Das Leben der Anderen - Eine DDR jenseits der Sonnenallee

Ich bin zu jung, um 1989 den Fall der Mauer wirklich verstanden zu haben. Seltsam knatternde Autos im Fernsehen und bunt bespr?hte Betonbrocken, die damals ein Klassenkamerad aus Berlin mitbrachte, sind die einzigen Erinnerungen, die ich an diese f?r mein Land so wichtige Zeit habe. Irgendwann kamen dann zwei Br?der von irgendeinem "Dr?ben" in unsere Klasse, die mir etwa so vorkamen, wie man sich als Kind die Kinder vorstellt, f?r die man an Weihnachten sein altes Spielzeug spendet. Mit Ledertasche statt Scout-Schulranzen und trotz - oder gerader wegen - ihrer schreienden Farbt?nen so traurig farblos wirkenden Windjacken.

Nach einer Welle von Ostalgie-Filmen in den vergangen Jahren (Sonnenallee [1999], NVA [2005], Good Bye, Lenin! [2003], Liegen lernen [2003]), ist Das Leben der Anderen ein erfrischend spreewaldgurkenfreier Film. Die DDR war eben nicht nur real existierender Sozialismus, Honecker-Witze und ein Paradies f?r romantische Lebensk?nstler, wie es Boje Buck Filme so liebenswert zeigen. Nein, die DDR war je nach Definition auch eine Diktatur mit Berufsverboten, einer enormen Propagandamaschine und einem paranoiden Feindbild.

In seinem Deb?twerk zeigt Florian Henckel von Donnersmarck eine DDR, die nahezu ohne Klischees auskommt, keine Gurken, kein Marx, Engels und Lenin, keine Hammer-und-Zirkel Flaggen. Vielmehr ein K?nstlerpaar, ein die zwei ?berwachendes Stasi-Team und schlie?lich einen sich w?hrend des Films langsam wandelnden Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler, der v?llig ruhig inszeniert wird und dadurch stahlhart und doch gleichzeitig so verzweifelt wirkt. Der Film ?berrascht nicht so sehr durch seine Handlung, es sind eher die nahezu tragisch-komischen Zitate, die den Film auszeichnen (Wiesler in einer Kneipe zu der K?nstlerin, die er ?berwacht: "Ich bin Ihr Publikum.", oder, als er sich das ihm [Deckname HGW XX/7] gewidmete Buch kauft, auf die Frage, ob es als Geschenk einzupacken sei: "Nein. Es ist f?r mich.").

Eine Hommage an das Gute im Menschen, ein Film f?r alle, die den Glauben an die Menschheit noch nicht verloren haben.

Und ?ber uns im sch?nen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr wei? und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da."


Image from spiegel.de